Jobcenter Rendsburg-Eckernförde unterliegt erneut

Die sind ein leidiges Thema. Besonders für die Betroffenen, die sich nach den vom vorgegebenen Werten eine neue Wohnung suchen müssen. Gern wird den Leistungsbeziehern dann seitens des Jobcenters unterstellt, dass sie sich nicht ausreichend um neuen Wohnraum bemüht haben

So geschehen aktuell in einem Fall eines Ehepaares aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde. Beide suchen nun schon seit vielen Monaten intensiv nach einer angemessenen Wohnung. Das belegten sie durch detaillierte Suchlisten mit Kontaktanmerkungen.
Das Problem: Es wird eine Wohnung im Erdgeschoss benötigt (also barrierefrei) und es besteht ein negativer Schufa-Eintrag.
Das Jobcenter verweigert (wie meist) die Übernahme von Doppelmieten. Es forderte die Betroffenen vielmehr auf, ihre Wohnung ohne neuen Mietvertrag zu kündigen – was die Betroffenen erfreulicherweise nicht taten.

In dem gerade abgeschlossenen Eilverfahren (es war das 6. oder 7. seiner Art) übersandte das Jobcenter beispielhaft 40 Wohnungsangebote. Bei detaillierter Prüfung ergab sich, dass überhaupt nur 5 Angebote theoretisch in Betracht kamen. Allerdings paßte der Mietzeitpunkt nicht. Ein Großteil der Vermieter gab auf meine Nachfrage zu, dass Mieter mit negativen Schufa-Einträgen nicht genommen würden. Man könne sich in der heutigen Zeit die Mieter aussuchen. Andere hielten sich diesbezüglich bedeckt und schoben die Entscheidung auf die Eigentümer. Und die würden sich lieber solvente Mieter aussuchen.

Das Sozialgericht Schleswig gab den Leistungsbeziehern in dem begrüßenswerten Beschluss recht. Es beurteilte die Suchbemühungen der Mandanten als intensiv. Das Jobcenter habe sich mit den Suchbemühungen nicht hinreichend auseinandergesetzt und keinen Nachweis erbracht, welche Wohnungen für die Mandanten anmietbar gewesen wären.

Fazit:
Menschen, die aufgefordert sind, die Unterkunftskosten zu senken, sollten ihre Suchbemühungen ganz genau dokumentieren und jeweils notieren, mit wem sie wann gesprochen haben. In der Zeit angespannter Wohnraumsituation steigt damit die Möglichkeit, die tatsächlichen Kosten der Unterkunft – auch wenn sie deutlich zu teuer sind, so lange weiter zu bekommen, bis günstigerer Wohnraum gefunden ist.

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