Völlig losgelöst….Jobcenter und die Vollstreckung

Es passiert täglich – auch wenn man den Eindruck hat, dass es schubweise passiert. Briefe vom Inkassodienst (gern Bundesagentur für Arbeit – Recklinghausen) flattern ins Haus. Darin wird die Rückzahlung aus Erstattungsbescheiden angemahnt und eine Mahngebühr verhängt. Klar, denkt sich der unbeteiligte Nichtleistungsbezieher, Schulden müssen ja zurückgezahlt werden!

Doch darum geht es gar nicht. Denn die Briefe, die seit einigen Wochen in Masse versendet werden, betreffen Rückzahlungen, die gar nicht fällig sind. Weil Widersprüche oder Klagen laufen, die aufschiebende Wirkung haben. Oder: Weil die Erstattungsforderungen gar nicht mehr bestehen.

So geschehen bei gleich mehreren meiner Mandanten. Nach jahrelangen Rechtsstreitigkeiten wurden die Fälle schon vor Monaten abgeschlossen, Rückforderungen mit Nachzahlungen ausgeglichen und hohe Restsummen auf die Konten der Mandanten überwiesen. Alles gut, könnte man denken. Und dann: Neue Vollstreckungsandrohungen des Inkassoservice der Jobcenter, die im Zweifel zu Vollstreckungen in Konten führen.

Warum das Ganze? Weil die rechte Hand nicht weiß, was die linke tut.
Ängstliche Leistungsbezieher überweisen in solchen Fällen das Geld, weil sie glauben, etwas falsch gemacht zu haben.
Alle anderen gehen sofort zu ihrem Anwalt und verpassen dem Inkassoservice und damit auch dem Jobcenter einen kleinen Denkzettel!
Denn gegen die verhängte Mahngebühr kann man Widerspruch einlegen. Da dieser zwangsläufig Erfolg hat, muss der Inkassoservice den Anwalt bezahlen.

Wie sagte kürzlich ein Kollege: Das System Jobcenter existiert nur, weil sich die dortigen Mitarbeiter durch die zahllosen Fehler gegenseitig ihre Jobs erhalten. Mehr Fehler = mehr Mitarbeiter, die die Fahler verhandeln müssen.
Für die Anwälte bedeutet das: Mehr Fehler = mehr Kostenrechnungen gegen das Jobcenter.

In diesem Sinne: Weiter so!

Sollten Sie auch derartige Mahnungen der Bundesagentur Inkassoservice bekommen, vereinbaren Sie umgehend einen Termin.
Wir helfen gern!

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3 Kommentare

  1. RA-Felsmann
    Am 13. November 2017 um 11:13 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Auf jeden Fall sollten Sie reagiern

  2. kerstin hein-witte
    Am 15. Oktober 2017 um 14:20 Uhr veröffentlicht | Permalink

    hallo, habe so ein genanntes schreiben heute bekommen.. hab defenitiv keine schulden bei der *familienkasse*..und schon garnicht über recklinghausen,hab da noch nicht mal in der nähe gewohnt.. was bitte soll ich machen? nicht beachten ? anrufen werd ich da nicht,hab gegoogelt und festgestellt das diese masche von denen schon seit 2010 läuft.. bitte sagt mir was ich machen soll.. lg kerstin

  3. Manuela Baehnsch
    Am 18. August 2017 um 14:37 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ohne Worte…hab nun auch seit langem son Mist bekommen unter uralter Adresse und Maedchennamen.Eine frechheit ohne gleichen Existenzangst wird somit vom Staat gefoerdert und diese Rechnung war bezahlt und ich besitze heute nichtmal Geld fuer ein Anwalt noch bekomme ich Harz soll aber 2313.61 Euro zahlen somit kann man sich sofort Strick nehmen oder….

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